Unsere nächsten Treffen

 

Mittwoch 17.07.2019

Mittwoch 11.09.2019

Mittwoch 09.10.2019

Mittwoch 20.11.2019

Mittwoch 18.12.2019

 

 

Unsere Treffen finden einmal pro Monat, meist am Mittwoch um 19h30 in der "Guten Stube" im Farrenstall in Hattenhofen statt.

 

   

 

 

Die Feldlerche ist Vogel des Jahres 2019

Manfred Delpho NABU: Feldlerche (Alauda arvensis)
Manfred Delpho NABU: Feldlerche (Alauda arvensis)

 

Die Feldlerche als typischer Vertreter der Vogelwelt unserer Feldflur wurde zum Vogel des Jahres 2019 gewählt, und dies bereits zum 2. Mal. Auch 1998 war dem klassischen Agrarvogel die Ehre zu Teil geworden. Bedingt durch den teilweise dramatischen Bestandsrückgang in den letzten Jahren soll nochmals auf Gefährdung der Art durch Veränderungen in der Landschaft hingewiesen werden, der stellvertretend für eine Vielzahl bedrohter Arten der Kulturlandschaft wie Kiebitz, Rebhuhn und Goldammer steht.

 

Weitere Informationen finden Sie hier

 

Holger Reyher

 

Nabu Gruppe Hattenhofen

 

Werbeaktion in Hattenhofen und Umgebung

 

 

NABU Hattenhofen sucht neue Mitglieder
Werbeaktion von Tür zu Tür startet am 13.11.2017

 

 

 

Hattenhofen- Der Natur- und Artenschutz braucht dringend Unterstützung. Davon ist der NABU Hattenhofen  überzeugt. Daher startet er am 13. November 2017  eine Mitgliederwerbeaktion, um noch mehr Menschen für den Naturschutz zu begeistern. „Nur mit vielen Mitgliedern können wir unsere erfolgreiche Arbeit fortsetzen“, sagt Erwin Schwarz, Vorsitzender des  NABU Hattenhofen..

 

 

In den kommenden Wochen wird ein „Werbeteam“ für den NABU in Hattenhofen und Umgebung  unterwegs sein. Das Team besteht aus Studierenden, die sich bei einer vom NABU beauftragten Agentur beworben haben, um für eine gemeinnützige Organisation Mitglieder zu gewinnen. Die Studierenden sind an ihrer Kleidung mit dem NABU-Logo und dem mitgeführten Werberausweis erkennbar. Sie dürfen kein Bargeld annehmen.

 

 

„Unsere Gruppe freut sich auf viele neue Mitglieder und auch auf neue Aktive. Mit einer Mitgliedschaft stärkt man den Naturschutz nicht nur finanziell. Als Mitglied hilft man auch mit der eigenen Stimme bei politischen Aktivitäten und Vorhaben im Sinne der Natur“, sagt Holger Reyher, 2. Vorsitzender der Nabu Gruppe. Je mehr Menschen hinter dem NABU stehen, desto mehr kann für Mensch und Natur erreicht werden. „Es ist natürlich auch toll, wenn jemand selbst aktiv werden möchte. Es gibt viele Möglichkeiten, sich beim NABU Hattenhofen einzubringen. Dafür braucht man weder ein Biologiestudium noch spezielle Fachkenntnisse – jede und jeder kann mitmachen und damit der Natur und Umwelt im Rahmen seiner Möglichkeiten  den Rücken stärken!“, so Erwin Schwarz.

 

Kontakt für Rückfragen:  E. Schwarz, Tel. 07164/5364 und H. Reyher, Tel. 07164/12770

 

 

Vogelkundliche Führung am 21.05.2017

Frühsommerwetter am Treffpunkt, blauer Himmel mit weißen Wolken – ein Traum für Naturliebhaber und Fotofreunde. 37 Teilnehmer aus dem gesamten Landkreis Göppingen fanden sich ein. Das ist nicht verwunderlich, hatte doch die NABU-Gruppe Göppingen unter ihrem Vorsitzenden Dr. Wolfgang Rapp als Mitveranstalter eine breite Information durchgeführt. Darüber hinaus genießt die Gemarkung Hattenhofen unter Naturfreunden erstaunlichen Respekt, wie sich im Laufe der Wanderung in Gesprächen herausstellte. Nach kurzer Einführung setzt sich die Gruppe unter Führung der beiden Vogelexperten Erwin Schwarz und Holger Reyher in Bewegung. Amsel, Haussperlinge und Hausrotschwanz begrüßen die Vogelfreunde mit ihrem morgendlichen Lied. Gleich am Ortsrand durchquert ein Pärchen Rostgänse in halbhohem Flug unser Blickfeld. Danach präsentieren sich beide Tiere auf einem Dachfirst und bieten Anlass zu breiter Diskussion über den Umgang mit diesen Zuwanderern. Rauch- und Mehlschwalben auf Insektenjagd am hohen Himmel ziehen die Blicke an. Die Klage über deren zahlenmäßigen Rückgang ist verbunden mit dem Bericht, dass nicht wenige Landwirte entgegen der EU-Richtlinien ihre Rinderställe für die Nistplätze der Rauchschwalben offenhalten und so deren Bestände sichern. Bei Ankunft auf den Streuobstwiesen begrüßt uns der Grünspecht mit seinem „lachenden“ Ruf. Bachstelzen am Boden und Blau- und Kohlmeisen in den Bäumen sind auf der Insektenjagd für ihre Brut. Gartenrotschwanz und Halsbandschnäpper lassen sich hören. Damit wird der Hinweis auf die bedeutsame Verantwortung zur Erhaltung der Bestände dieser selten gewordenen Tiere verbunden. Grundlage dafür und für hunderte weitere Arten ist die Sicherung der Streuobstwiesen. Mit dem Hinweis auf die Differenz zwischen der Grünlandnutzung zur Tierhaltung und der Arterhaltung durch kontrollierte Nutzung wird das komplexe Problem des Umweltschutzes im Voralb-Gebiet kurz umrissen. Am Himmel erfreuen uns inzwischen ein Baumfalke in schnellem Flug und mehrere Mäusebussarde im eleganten Balzflug. Inzwischen sind wir im Wald angekommen. Hier erfreut uns der Waldlaubsänger mit seinem Lied. Dazu hören wir Fakten zu den Unterschieden zwischen einem streng ausgerichteten Wirtschaftswald und dem weniger aufgeräumten Privatwald, der aber durch reichlich Unterholz, wechselnde Baumarten und dichte Krautschicht erheblich bessere Überlebenschancen für viele Tierarten bietet. Am Totholzbaum hören wir Angaben zu den Lebens- und Brutgewohnheiten der hier anwesenden Spechtarten, wie Bunt- und Mittelspecht, Schwarz- und Kleinspecht. Hoch im Kronenbereich flötet der Pirol sein melancholisches Lied. In einem kleinen Nadelholzbereich wird die Tannenmeise hörbar. Dann tritt die Gruppe aus dem Wald und gewinnt den herrlichen Blick über die Gemarkung nach Westen Richtung Schurwald. Die Struktur der offenen Landschaft mit gut vernetzten Hecken und Bachläufen ist sichtbar. Dies wird als langfristiges Ergebnis der klugen Politik der Flurneuordnung gewürdigt, deren politischer Hauptverantwortlicher, Altbürgermeister Peter Klaas, damals gemeinsam mit Dr. Bruno Ullrich, übrigens als interessierter Naturfreund anwesend ist. Jetzt grüßt uns auch der Rotmilan, um die besondere Verantwortung für sein Überleben im Gebiet der Voralb zu betonen. Der Neuntöter auf seinem  Ansitz beschließt symbolisch das Bild der Artenvielfalt im Streuobstwiesenbereich. Schließlich findet sich sogar noch der Schwarzmilan ein. Am Ende der Wanderung hatten die Experten 41 Vogelarten durch Sicht- und/oder Hörkontakt präsentiert.

 

 

 

R. Quade

 

 

NABU Gruppe Hattenhofen

 

NABU Hauptversammlung am 15.03.2017

 

   Hauptversammlung- Der Bericht

 

 

Am 15.03. fand die jährliche Mitgliederversammlung des NABU Gruppe Hattenhofen e. V.  statt. Der Bericht und Jahresrückblick des 1. Vorsitzenden, Erwin Schwarz, enthielt wesentliche Erkenntnisse zur Entwicklung in der natürlichen Umwelt. Unter Verweis auf die soeben erschienene Neufassung der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands wird eine Fortsetzung der bereits in Vorjahren erkennbaren Abnahme des Bestandes derzeit noch häufiger Brutvogelarten festgestellt. Flächendeckend über die Grenzen unterschiedlichster Lebensräume hinweg sei ein drastischer Verlust an Artenvielfalt und an reiner Anzahl der verschiedensten Vogelarten eingetreten. Damit wird ein Ausmaß an Umweltzerstörung offenbart, die ein dauerhaftes Überleben selbst häufiger Vogelarten langfristig nicht mehr ermöglichen. Nach den Kommentatoren dieser Liste ist zu erwarten, dass ohne gravierende Veränderungen vor allem in der Landwirtschaft  bisherige Allerweltsvögel hierzulande aus der natürlichen Umwelt verschwinden werden. Nach der Erkenntnis der Indikatorfunktion  der verschiedenen Tierarten für den Zustand der menschlichen Lebensbedingungen bedeutet das akute Gefahr für uns alle. Dabei ist eine Trendumkehr oder eine allerhöchste Akzeptans dieser Tatsachen nicht in Sicht, wie die deutsche Blockadehaltung bei der Verbotschance des Pflanzengifts Glyphosat auf europäischer Ebene zeigt. Aktivitäten der NABU-Gruppe im Jahr 2016 umfassen sowohl vogelkundliche Exkursionen mit interessierten Gruppen und Vereinen in Bad Boll, Zell und Hattenhofen als auch eine ornithologische Beratung in der evangelischen Akademie Bad Boll. Projekttage mit der Grundschule Zell, „Lernort Natur“ in Oberlenningen und ein Angebot zum  Schülerferienprogramm mit Nistkastenbau richteten sich vorrangig an Kinder. Artikel im Mitteilungsblatt und Vorträge dienten der Information interessierter Mitbürger über aktuelle Vorgänge und Probleme in der Natur. Die Bestandserfassung von Feldsperlingen, Neuntötern und Halsbandschnäppern sowie ein neues Programm zur Pflege der Fledermauspopulation sollen der Entwicklung bedeutsamer Tierarten der Gemarkung dienen. Wichtig ist der NABU-Gruppe die Pflege der fruchtbaren Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung in Form von Beratung in naturkundlichen Fragen, dem Dialog bei naturschutzrechtlichen Problemen und der Zusammenarbeit zur Entwicklung weiterer natürlicher Höhepunkte in der Gemeinde. In der Aussprache zum Bericht wird auf die bundesweite Problematik der Verunreinigung des Grundwassers durch Nitrat hingewiesen. Als Ursache ist Überdüngung mit Gülle aus überhöhten Tierbeständen und aus Rückständen der hochsubventionierten Biomasseverarbeitung zu Biogas wohl gesichert. Dazu sind die Novellierung der Düngemittelverordnung (derzeit noch politisch blockiert) und die konsequente Durchsetzung des Wasserschutzgesetzes zu erwarten. Einmal soll die zugelassene Nitratmenge pro Hektar im Jahr halbiert werden, zum anderen wird durch Festlegung nutzungsfreier Randstreifen von 5 m an ständig wasserführenden Fließgewässern die Filtration abfließenden Wassers aus angrenzenden Acker- und Wiesenflächen deutlich verbessert. Die anstehenden Vorstandswahlen wurden unter Leitung des herzlich begrüßten Gastes, Bürgermeister J. Reutter, durchgeführt. Alle Vorstandsangehörigen waren zu erneuter Kandidatur bereit und wurden einstimmig wiedergewählt.

 

Der Vorstand besteht somit weiterhin aus dem

 

1. Vorsitzenden Erwin Schwarz,

 

2. Vorsitzenden Holger Reyher,

 

3. Schriftführer Dr. Reinhard Quade.

 

 

Außerdem übernimmt Holger Reyher in Zweitfunktion die Aufgabe als Kassenwart. Zu Kassenprüfern wurden ebenfalls einstimmig gewählt: Peter Oertmann-Brandt und Dr. Reinhard Quade.

 

Zum Abschluss gab der wiedergewählte 1. Vorsitzende einen Ausblick auf die Fortsetzung der bisher erfolgreichen Projekte im Jahr 2017.

 

 

R. Quade

 

 

NABU Gruppe Hattenhofen

 

Der Mäusebussard (Buteo buteo)

Foto: NABU Olaf Titko
Foto: NABU Olaf Titko

 

An sonnigen Frühlingstagen kann man sie jetzt schon im Balzflug am blauen Himmel kreisen sehen. Sie segeln miteinander im Aufwind, dann steigt einer der beiden höher und höher und lässt sich mit angelegten Flügeln im Sturzflug fallen, nur um sofort wieder steil aufzusteigen. Manchmal stürzt sich das Männchen direkt auf das Weibchen herab, die sich im Flug auf den Rücken dreht und ihm die krallenbewehrten Füße entgegenstreckt. Dazu klingt immer wieder der Balzruf  „hiääh“ von beiden Partnern - Laute, die dem Miauen einer Katze ähneln. Daraus entlehnt sich der Name aus dem Altdeutschen (Mittelhochdeutsch): „Buse“ für Katze und „Aar“ für Adler. Also „Katzenadler“ für den Bussard.

 

Der Mäusebussard (Buteo buteo) ist der häufigste Greifvogel in Mitteleuropa. Sein Bestand liegt in Deutschland bei 135 000 Brutpaaren. Das war nicht immer so! Lange litt die Art unter starken Verfolgungen durch Abschüsse, Fänge in Fallen und Vergiftungen. Jetzt unterliegt sie zwar noch immer dem deutschen Jagdrecht, beansprucht jedoch gemäß der EU-Vogelschutzrichtlinie eine ganzjährige Schonzeit. Mäusebussarde sind mit bis zu 57 cm Länge, 130 cm Flügelspannweite und 1200 g Gewicht mittelgroße Greifvögel, Weibchen deutlich größer als Männchen. Die Färbung der Tiere ist sehr variabel. Meist finden wir oberseits  dunkelbraunes, unterseits hellgelbes bis fast weiß geflecktes Gefieder. Charakteristisch ist der kurze Schwanz, nach hinten abgerundet, mehrfach dunkel gebändert mit breitem, schwarzem Band am Ende, und der deutlich schwarze Hinterrand der Flügel. Bevorzugter Lebensraum ist offenes Kulturland, reich strukturiert durch  Hecken und Feldgehölzen, in dem auch kleine Mischwaldgebiete nicht fehlen dürfen. Großflächige, ungegliederte Agrarsteppen und weite, geschlossene Wälder meidet er. Der große Horst aus Zweigen wird er meist auf hohen Bäumen am Waldrand, auch in kleinen Feld- und Bachgehölzen gebaut. Seine Nahrung sucht er jedoch auf dem freien Feld, entweder im ruhigen Segelflug, meist aber vom Ansitz auf  Randbäumen, Zaunpfosten oder auch von Erdhügeln aus. Über 50 % seiner Nahrung besteht aus Feldmäusen. Direkt auf der Erde sucht er nach Großinsekten, Käfern, Amphibien, Regenwürmern und Schnecken. Er jagt aber auch Kleinsäuger bis Eichhörnchen-Größe. Aufgrund seiner Größe ist er imstande, bis zu 500 g Gewicht zu tragen. Das schließt auch Klein- und Jungvögel ein. Vor allem im Winter, zwischen November und Februar betätigt er sich auch als Aasfresser bei Fallwild und Wildtierunfällen auf der Straße. Nach der Balz im März geht das lebenslang verbundene Greifvogelpaar an den Horstneubau oder die Ausbesserung ihres alten Nestes. Anfang bis Mitte April werden 2-3 Eier gelegt. Sofort nach der Ablage des ersten Eis beginnt das Weibchen mit der Brut. 33-38 Tage lang brüten beide Partner. Nach weiteren 50-55 Tagen sind die Jungvögel dann flügge. Die heimischen Mäusebussarde sind Standvögel. Im Winter werden sie von Zugvögeln aus Skandinavien an nahrungsreichen Plätzen ergänzt, so dass zuweilen der falsche Eindruck von Bestandsfülle entsteht. Immer reguliert das Nahrungsangebot den Greifvogelbestand. Unser Mäusebussard ist kein Held! In der Auseinandersetzung um die Nahrung hat er zuweilen Schwierigkeiten, wenn ein kleiner Krähenschwarm auf ihn eindringt. Meist ergreift er die Flucht. Sein schlimmster Feind ist immer noch der Mensch. Abschüsse, Fallen und vergiftete Fleischköder kommen weiterhin vor. Auch Wildtierreste, die nach  Abschuss mit Bleimunition vergiftet sind, werden für Verluste an Mäusebussarden verantwortlich gemacht. In den letzten Jahren haben Beobachter den Raub von Jungvögeln und Rupfungen erwachsener Tieren durch Uhu und Habicht nachgewiesen.

 

Mäusebussarde sind mit 50% ihres mitteleuropäischen Bestandes in Deutschland vertreten. Daraus ergibt sich eine internationale Verantwortung für seine Bestandserhaltung. Das ist bedeutsam, nachdem eine unabhängige wissenschaftliche Studie in Norddeutschland durch Kollisionen mit Windkraftanlagen langfristig eine „potentiell bestandsgefährdende Entwicklung“ festgestellt hat. Heftig abwiegelnde Untersuchungen stellen sich bei näherer Betrachtung als wirtschaftlich und politisch sehr wenig unabhängig heraus. Naturfreunde können den schwebenden Flug am blauen Himmel, die Balzflüge mit den miauenden Rufen als Zauber, auch als Poesie empfinden. Sicher ist der Mäusebussard ein wichtiger, schützenswerter Bestandteil der Natur unserer Heimat.

 

 

 

R. Quade

 

 

NABU Gruppe Hattenhofen   

 

Der Uhu

Foto: NABU Kathy Büscher
Foto: NABU Kathy Büscher

Uhu (Bubo bubo)

 

Nur wenige Menschen haben ihn wirklich einmal gesehen, und doch gehört er zu den bekanntesten Tieren der Vogelwelt. Es ist die größte Eule der Welt! Und wer einmal Gelegenheit hatte, diesen mächtigen Vogel aus der Nähe zu betrachten, wird diesen Anblick sein Leben lang nicht vergessen. Eindrucksvoll sind die großen orangefarbenen Augen, die Größe von 70 cm bei 180 cm Flügelspannweite und 3200 g Gewicht.  Das gilt für Weibchen, die Männchen sind halb so schwer entsprechend kleiner.

Der Uhu (Bubo bubo) ist ein Felsenbrüter. Bevorzugt wählt er Felsenbänder und Nischen an steilen Felswänden als Brutplatz aus, oft auch in aufgelassenen Steinbrüchen, die ähnliche Verhältnisse bieten. Bei Mangel an geeigneten Felswänden sind  verlassene Greifvogelhorste und in Schleswig-Holstein gar Bodenbruten bekannt geworden. Das Gefieder in Brauntönen mit dunklen Längs- und Querstreifen bietet nahezu perfekte Tarnung. Massiger Körper und dicker Kopf mit den schwarzen Federohren vermitteln einen machtvollen Eindruck. Der Uhu döst tagsüber unbeweglich mit fast geschlossenen Augen in einer Felsnische oder Baumkrone. Wird er jedoch von  Sing- oder  Greifvögeln entdeckt, ist es damit vorbei. Sie umkreisen seinen Sitzplatz mit lautem Geschrei. Der Experte spricht von „hassen“. Beim nächtlichen Pirschflug fallen breite, abgerundete Flügel auf, die aufgrund spezieller Strukturen der hinteren Randfedern einen lautlosen Angriff ermöglichen. Der als Balzgesang, aber auch zur Revierabgrenzung dienende Ruf „buhoo“ der Männchen und die weibliche Antwort „uhjuu“  haben wohl die Namensfindung unterstützt. Bei Gefahr klingt der Warnruf „grääck“ und als Bettelruf des Weibchens „chiää“ vor und während der Nahrungsübergabe  in der Brutphase. Paarbildung und Balzzeit beginnen bereits im Oktober /November. Nach Auswahl des Brutplatzes durch das Weibchen folgt die Legezeit im Februar oder März. 2-4 Eier werden vom Weibchen 34 Tage bebrütet. In dieser Zeit und weitere 4-5 Wochen bis die Junguhus das Nest verlassen, ist allein das Männchen für den Nahrungserwerb verantwortlich. Die echte Flugfähigkeit erlangen die Jungtiere nach 10 Wochen. So lange sind beide Eltern mit der Ernährung und dem Schutz des Nachwuchses beschäftigt. Erst im August löst sich die Familie auf. Der Uhu ist ein Standvogel, also äußerst standorttreu. Selbst die ausgewachsenen Jungen bleiben im Umkreis von 50-80 km vom Geburtsort. Hauptnahrung sind Feldmäuse und Ratten, Kaninchen, Feldhasen und Igel, auch größere Insekten, Amphibien, Fische und Vögel bis Bussardgröße und gelegentlich sogar Aas. Letzteres hat dem Uhu schon den Verdacht der Jagd von Reh, Gemse und Hirsch und damit die zuweilen tödliche Feindschaft der Jäger eingetragen. Geeigneter Lebensraum ist ein reich strukturiertes Offenland mit mosaikartigem landwirtschaftlichem Nutzungswechsel, Heckenzügen und Feldgehölzen. Agrarsteppen wie Mais-Einöden und große geschlossene Waldgebiete werden gemieden. Das Jagdrevier einer Uhu-Familie kann bis zu 40 qkm (!!) beanspruchen. Der Uhu ist „streng geschützt“! Sein Bestand ist stabil, unterliegt aber einer intensiven Beobachtung. Mitte des vorigen Jahrhunderts war die Art in Deutschland fast ausgestorben. Von Bayern, Thüringen und Sachsen aus führten jedoch Auswilderungsversuche mit scharfer Bewachung der Brutplätze zur erneuten Einbürgerung. So kann man derzeit (2016) von 2000 Brutpaaren in Deutschland ausgehen. Die Gefährdung ist jedoch weiterhin sehr hoch. Vorwiegend aus Bayern und Baden-Württemberg werden bereits wieder rückläufige Bestände gemeldet. Der schärfste Feind des Uhu ist der Mensch. Größte Gefahr geht von sogenannter Freizeitkultur wie illegaler Freizeitkletterei,  Gleitschirmfliegern, wilden Moto-Cross-Fahrten, ferngesteuerten Hubschraubern und Outdoor-Parties, alles in gesperrten Brutgebieten aus. Auch illegale Abschüsse am Brutplatz werden weiterhin gemeldet. Verluste von Lebensräumen durch genehmigte Verfüllung von alten Steinbrüchen müssen unbedingt verhindert werden. Wesentlich ist auch die Schmälerung des Nahrungsangebotes durch Nutzungsänderung wie Monotonisierung der Anbauflächen in der industriellen Landwirtschaft. Experten der „Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen“ klagen über mangelhafte Beachtung aller Eulenarten, vor allem aber des Uhus, bei der politisch forcierten Genehmigung neuer Windkraftanlagen. Dazu würden notfalls auch fehlerhafte Studienergebnisse missbraucht. Die Unterzeichnung des „Helgoländer Papiers“ durch Funktionäre des BUND und des NABU mit dramatischen Einschränkungen vorher festgelegter Abstandsregeln zwischen Brutplätzen bestandsgefährdeter Greifvögel (z.B. Rotmilan) und Eulen und genehmigungsfähigen Windkraftanlagen haben die schwierigen Diskussionen von Naturfreunden an der Basis nicht wirklich erleichtert. Durch seine dramatische Bestandsentwicklung  ist der Uhu zum emotionsgeladenen Symbol der erfolgreichen Auseinandersetzung zwischen  Artenverlust durch Eigeninteressen und Erhalt der Artenvielfalt durch individuellen Einsatz geworden.

 

 

 

R. Quade

 

Nabu Gruppe Hattenhofen

 

Jäger der Nacht wird Vogel des Jahres 2017

 

Der Waldkauz (Strix aluco)

Foto: NABU Tom Dove
Foto: NABU Tom Dove

Nachdem der NABU 2016 und der LNV den farbenfohen und bekannten Stieglitz zum Vogel des Jahres 2016 gekürt hatte, fiel die Wahl für das Jahr 2017 auf einen heimlichen Vogel, den viele zwar schon nachts oft gehört,  aber selten gesehen haben, den Waldkauz. Er ist einer der klassischen Nachtgreifvögel, die neben Uhu, Waldohreule und Steinkauz ein heimliches Leben in der Dunkelheit bevorzugen. Waldkäuze sind wenig spezialisiert, sodass sie eine Vielzahl von Lebensräumen besiedeln können, von lichten Laubmischwäldern bis hin zu Gärten oder Friedhöfen. Voraussetzung für sein Vorkommen ist jedoch das Vorhandensein von alten Baumbeständen mit Höhlen, die er zum Brüten und als Tageseinstand nutzt. Gerne besiedelt er alte Schwarzspechthöhlen, ausgefaulte Astabrüche aber auch entsprechend große Nistkästen. Die lautlosen Jäger ernähren sich hauptsächlich von Kleinsäugern,  wie Mäuse, Ratten oder jungen Hasen und Kaninchen bis zu einem Gewicht von 300 gr. Bei schneereichen Winter oder günstiger Jagdgelegenheit  kann der Waldkauz jedoch auch Vögel bis zur Größe einer Hohltaube schlagen, durch dieses größere Nahrungsspektrum hat er in strengen Wintern bessere Überlebenschancen wie seine Verwandten. Das Weibchen brütet bereits ab Februar/März die 2 bis 4 Eier alleine in ca. 30 Tagen aus, während dieser Zeit wird es vom Männchen versorgt.Foto: NABU Tom Dove

Nach weiteren 30 Tagen verlassen die noch nicht flugfähigen Juv. das Nest und sitzen dann teilweise Nahe am Boden oder in den Ästen der Bäume, ab diesem Zeitpunkt werden die jungen Waldkäuze auch Ästlinge gennant. Die Altvögel versorgen die Ästlinge weitere 3 Monate, während dieser Zeit werden die Jungen von den Eltern sehr aggressiv gegenüber Feinden verteidigt. Findet man so einen Ästling ist es ratsam einen gebührenden Abstand zu dem Jungvogel zu halten, da resulte Altvögel auch den Menschen attackieren können.

Die Bestände des Waldkauzes werden langfristig als stabil eingeschätzt, im Vorland der Schwäbischen Alb ist die Art flächig verbreitet. Bereits im Herbst und Winter ist der Ruf des Waldkauzes zu hören, jetzt beginnt die Balzzeit und Partnerfindung der Vögel.

 

Weitere Info`s zum Waldkauz finden Sie hier.

 

H. Reyher

Naturkundliche Führung in Hattenhofen

Grauschnäpper      Foto H. Reyher
Grauschnäpper Foto H. Reyher

Am Samstag 30. April 2016 lädt die Nabu Gruppe Hattenhofen zu einer Vogelstimmenwanderung rund um Hattenhofen ein. E. Schwarz und H. Reyher werden uns mit der vielfältigen Vogelwelt im Vogelschutzgebiet bekannt machen. Interessenen aus Hattenhofen und der Umgebung sind herzlich eingeladen.

 

 

 

Treffpunkt ist der Parkplatz bei der Firma Frank & Stöckle in Hattenhofen, Reustadt 43 um 7:00 Uhr.

 

Die Wanderung wird ca. 2-3 Stunden dauern. Festes Schuhwerk ist zweckmäßig und ein Fernglas zur Vogelbeobachtung sinnvoll.

 

Die Ortsgruppe freut sich auf Ihr zahlreiches Erscheinen.

 

 

H. Reyher / R. Quade

Vogel des Jahres 2016

Foto: Frank Drerer Nabu
Foto: Frank Drerer Nabu

Der kleine bunte Stieglitz wurde von Nabu und LBV zum Vogeld des Jahres 2016 gewählt. Mit seiner Wahl zum Vogel des Jahres soll auf den fortschreitenden

Strukturverlust unserer Kulturlandschaft hingewiesen werden. Der Stieglitz (charduelis charduelis) mit seiner auffallenden schwarz-weiß-rot-gelben Färbung wird auch Distelfink genannt, was seine Vorliebe für seine bevorzugte Nahrung gut ausdrückt: Samen von Disteln und anderen Wiesenpflanzen oder Wildstauden auf Brach- oder Ruderalflächen. Durch die moderne und intensive Landwirtschaft sowie falscher Agragpoitik verschwinden in Deutschland immer mehr Brachflächen und die Nahrungspflanzen der Stieglitze und anderer Tiere. Durch die frühe und häufige Mahd können die Pflanzen keine Samenstände mehr ausbilden und entziehen den Tieren damit die Nahrungsgrundlage. Doch auch in den Hausgärten wird der "Wildwuchs" von Pflanzen teilweise akribisch bekämpft. Wer für den Stieglitz aktiv etwas tun will, der sollte in einer Ecke seines Gartens Wildkräutern eine Chance geben, nicht auf Pestizide zurückgreifen und damit Nahrungsgrundlagen für Stieglitze und vieler anderer Tierarten schaffen. Neben der bunten Gefiederfarbe fallen Stieglitze vor allem durch ihr lebhaftes, rastloses Verhalten auf. So können einzelne Tiere eines Trupps oft beim fliegenden Wechsel von Futterpflanze zu Futterpflanze beobachtet werden. Bereits im Sommer schließen sich Jungvogelgruppen und Familien zu Schwärmen zusammen: Tagsüber geht es gemeinsam auf Nahrungssuche, abends bilden sie Schlafgemeinschaften. Die Vögel des Albvorlandes gelten als Kurzstrecken- und Teilzieher, in den letzten Jahren konnte man sie aufgrund der milden Witterung vereinzelt auch im Winter bei uns beobachten.

 

Der zu den Finken gehörende Stieglitz kann bei uns im Albvorland in den Wiesen, Gärten und Ortschaften noch relativ häufig angetroffen werden, jedoch werden die Brutbestände  von Jahr zu Jahr geringer.

 

Weitere Info`s zum Stieglitz finden Sie hier

 

 

H. Reyher

Nabu Gruppe Hattenhofen

Taubenschwänzchen

Das Taubenschwänzchen  (Macroglossum stellatarum)

sieht doch aus wie ein Kolibri, wie es im Flug vor der Blüte steht, seinen langen Rüssel tief in den Blütenkelch versenkt und mit geschickter Wendung zur nächsten Blüte eilt. Das ist richtig – aber wildlebende Kolibris gibt es nur in Amerika. Solche Schilderungen begegnen einem nicht selten, sie weisen auf den exotischen Eindruck hin, den diese Tiere in unseren Gärten hinterlassen.

Wir sprechen vom Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum), einem Schmetterling aus der Familie der Schwärmer. Er fällt auf durch seine Größe (Flügelspanne 36 – 50 mm), durch seinen schwarz-weiß gezeichneten Hinterleib auf, der wie ein Schwanz anmutet. Der Körper ist graubraun behaart, die Vorderflügel zeigen eine graubraune Oberseite mit gewellten dunkelbraunen Binden und einer braunorange gefärbten Unterseite. Die Hinterflügel sind auffällig orange bis gelb. Die Taubenschwänzchen sind tagaktiv. Sie lieben an heißen Tagen die Morgen- und Abendstunden. Für den Beobachter auffällig ist die Methode des Blütenbesuchs. Der Schmetterling steht vor der Blüte und senkt seinen schon beim Anflug entrollten, 25-28 mm langen Saugrüssel in die Blüte. Der Wechsel von Blüte zu Blüte geht so schnell, dass das Tier in 5 Minuten mehr als 100 Blüten besuchen kann.

Für den Schwirrflug, der ihm das Stehen vor der Blüte ermöglicht, bringt es eine Frequenz von 70 - 90 Schlägen pro Sekunde auf. Seine perfekte Steuerung ermöglichen haarähnliche Einrichtungen am Hinterleib, die in Wirklichkeit verlängerte Schuppen sind. Damit ist wie beim gefiederten Vogelschwanz eine präzise Steuerung möglich, woher sich auch der deutsche Name des Tieres ableitet. Mit seinem langen Saugrüssel ist er den kurzrüsseligen Insekten überlegen. Er besucht daher Blüten mit langen Blütenkelchen zur Aufnahme des gewünschten Nektars. Lieblingsblüten sind  Phlox, Storchschnabel, Sommerflieder und Natternkopf. Auffällig ist die Vorliebe für blaue Blüten, seltener besucht er violette oder gelbe.

Das Taubenschwänzchen ist ein Wanderfalter. Seine eigentliche Heimat ist Südeuropa. Von dort fliegen sie nordwärts über die Alpen. Ihre hervorragenden Flugeigenschaften befähigen sie dabei zu erstaunlichen Leistungen. Im Streckenflug erreichen sie 80 km/h. Distanzen von 2000 (!) km sind daher kein Problem. Die Tiere können als voll entwickelte Schmetterlinge hier überwintern, vertragen aber keinen Frost. Ihre Eier legen sie an Labkräutern ab, wovon sich die geschlüpften Raupen später ernähren. Mitte Juni können hier die ersten Falter aus den Puppen schlüpfen. Ende April kommen jährlich bereits neue Wanderer aus dem Süden zu uns.

Ihre Zahl richtet sich nach Klima und Populationsgröße in der Mittelmeer-Heimat.

Weitere Informationen über das Taubenschwänzchen finden sie hier

Hinweis auf die nächste Sitzung des NABU am 16.09., 19.30 Uhr, Farrenstall Hattenhofen.

 

R. Quade

NABU Gruppe Hattenhofen

Hauptversammlung am 4.03.2015

 

 

Am 04.03.2015 fand die jährliche Mitgliederversammlung des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) Gruppe Hattenhofen e.V.  statt.. Im Bericht  des 1. Vorsitzenden würdigte Erwin Schwarz die Arbeit des vergangenen Jahres. Dabei legte er Wert auf  2 Schwerpunkte. Ein wichtiger Arbeitsaspekt ist die enge Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung bei Planung und Entscheidung zu ökologischen Fragen. Dies konnte auch im vergangenen Jahr gesichert werden, auch wenn zum Teil strittige Probleme in der Diskussion waren. Ein weiterer Schwerpunkt war die Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit, wobei besonderer Wert auf die Darstellung gelegt wurde, dass der Zustand verschiedener Tier- und Pflanzenarten bedeutsame biologische Zeichen für die funktionelle und ästhetische Struktur unserer näheren und weiteren natürlichen Umgebung darstellt, für deren Erhaltung die gesamte Gesellschaft Verantwortung trägt.

Im weiteren Verlauf wurde der Bericht des Kassenwarts und der Kassenprüfer vorgetragen, dabei gab es keinerlei Besonderheiten. Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstandes standen satzungsgemäß Neuwahlen des Vorstandes an.

Der neue Vorstand:    1. Vorsitzender     Erwin Schwarz

                               2. Vorsitzender     Holger Reyher

                                   Kassenwart     Holger Reyher

                                   Protokollführer Dr. Reinhard Quade

                                   Kassenprüfer   Peter Oertmann-Brandt

                                                          Dr. Reinhard Quade.

Die Wahl des Vorstandes erfolgte einstimmig. Da der ehemalige Stellvertreter des Vorsitzenden Günter Gaul nicht mehr zur Verfügung stand, wurde Holger Reyher in diese Funktion gewählt und übt das Amt in Personalunion mit der Funktion des  Kassenwarts aus.

Nach der Wahl dankte der 1.Vorsitzende seinem scheidenden Stellvertreter für dessen langjährige Arbeit und wünschte alles Gute auf dem weiteren Lebensweg.

Für die Arbeit im nächsten Jahr legte der Vorsitzende die Gruppe auf die weitere Verfolgung der beiden Hauptaspekte - enge Kooperation mit den kommunalen Entscheidungsträgern und Verbreiterung und Vertiefung der Öffentlichkeitsarbeit durch Exkursionsangebote, Veröffentlichungen und Fortbildungen fest.

 

R. Quade

NABU Gruppe Hattenhofen

Der Vogel des Jahres 2015: Der Habicht

Der Habicht - Vogel des Jahres 2015. Foto: Peter Kühn
Der Habicht - Vogel des Jahres 2015. Foto: Peter Kühn

Ein in unserem Gebiet verbreiteter, aber sehr scheuer Greifvogel wurd vom Nabu und LBV zum Vogel des Jahres 2015 gewählt, der Habicht (Accipiter gentilis). Dieser neben den Adlern stärkste und kräftigste unserer Greifvögel ist mit seinen kurzen Flügeln und dem langen Schwanz ein überaus wendiger Flieger. Tief über dem Boden, jede Deckung durch Baum oder Busch ausnutzend überrascht er seine Beute, hauptsächlich Vögel (Tauben, Krähen u. a.) sowie Säuger (Eichhörnchen, Feldhase u.a.). Größere Beutetiere bis Hasen- oder Fasanengröße werden meist nur von dem kräftigeren Weibchen erbeutet, das kleinere Männchen begenügt sich mit Tieren bis zur Größe von Eichhörnchen oder Taube. Diese jagdliche Tugend hat ihn in den vergangenen Jahrzehnten bei Falknern als Beizvogel sehr beliebt gemacht, bei Tauben- und Hühnerzüchtern fiel er deswegen jedoch sehr in Ungnade. Noch heute wir er illegal in ganz Deutschland verfolgt und getötet. Zwischen 2004 und 2014 wurden bundesweit 689 Nachweise über illegale Greifvogelverfolgungen dokumentiert, darunter waren auch 126 getötete Habichte, eine traurige Bilanz. Mehr

            

Im Kreisgebiet Göppingen werden bevorzugt vor allem größere zusammenhängende Mischwaldgebiete besiedelt, Brutzeitnachweise liegen aber auch aus dem Voralbgebiet und dem Albtrauf regelmäßig vor. Während der Brutzeit, in der das Männchen das brütende und dabei gleichzeitig mausernde Weibchen völlig allein mit Nahrung versorgt, gleicht der Habicht fast schon einem Phantom und ist in seinem großen Revier nur sehr selten zu beobachten. Das Weibchen selbst geht erst wieder auf die Jagd, wenn ihre Jungen keinen Schutz vor Kälte, Nässe und Feinden mehr brauchen. Ist das Gefieder der Jungvögel ausgewachsen, endet die so genannte Nestlingszeit. Mit 40 bis 45 Tagen sind die jungen Habichte flugfähig, halten sich jedoch zunächst in Horstnähe auf. In dieser Phase, der Ästlingszeit, füttern Habichte ihre Jungen weiterhin bis zu vier Wochen. Im Laufe des Sommers löst sich der Familienverband schließlich auf: Die Jungvögel verlassen im Alter von zwei bis drei Monaten das Revier ihrer Eltern.

Habichtpartner bleiben ein Leben lang zusammen und sind sehr reviertreu. Außerhalb der Brutzeit werden sie jedoch wieder zu Einzelgängern.

 

Mehr Informationen zum Habicht finden sie hier.

 

Ein tolles Video über die beeindruckenden Manövierfähigkeiten des Habichts finden Sie hier.

 

Text: Holger Reyher

 

 

Schleiereule in Not

juv. Schleiereule
juv. Schleiereule

Am 30.01.2014 wurde an der Westseite einer Feldscheune der Fam. Rolf Gallus ein Schleiereulen-Brutkasten durch Erwin, Kurt und Reinhard fachmännisch aufgehängt. Bereits kurze Zeit später wurde ein balzendes Turmfalkenpärchen an diesem Kasten festgestellt. Am Pfingstmontag wurde uns vom Scheunenbesitzer mitgeteilt, dass ein Juv. aus dem Kasten gefallen ist. Reinhard, Holger und Erwin rückten sofort aus und entdeckten unter einem Mähdrescher den Jungvogel und siehe da: eine junge Schleiereule  (Tyto alba) saß verstört unter der Maschine. Der Vogel wurde eingefangen und mit Hilfe von R. Gallus in den ca. 5m hoch hängenden Brutkasten zurückgesetzt. Im Nistkasten wurden mind. 4 weitere Juv. verschiedenen Alters festgestellt. Was genau die Ursache für die Nestflucht war bleibt unklar. Vielleicht hat die seit Tagen anhaltende brütende Hitze den Juv. dazu getrieben, den überhitzen Kasten zu verlassen.

 

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Text: Holger Reyher

Mensch und Natur

Rauchschwalbe Hirundo rustica
Rauchschwalbe Hirundo rustica

 

Wer freut sich nicht, wenn er ein Reh am Waldrand sieht, wenn uns im Sommer ein Grünspecht von der Wiese mit seinem „lachenden“ Ruf weckt oder am sommerlichen Himmel kreisende Bussarde mit ihrem „Piäää“ ihre Lebensfreude hinausschreien. Schön, nicht wahr?  Das sind die glücklichen Momente unseres engen Naturkontakts in der „ländlichen Umgebung“, Leben auf dem Dorf also!

Aber tun wir auch genug, um solche zauberhaften Momente zu erhalten? Auf den Gesang der Feldlerche im Sommerhimmel müssen wir schon weitgehend verzichten. Als Bodenbrüter wurde sie wie manch andere auch (Baumpieper, Grauammer, Feldschwirl, Kiebitz u.a.) verdrängt durch die Entwicklung intensiver Nutzungsverfahren der modernen Landwirtschaft.

Lerchenfenster im Wintergetreide
Lerchenfenster im Wintergetreide

Wie man aber trotz notwendiger Entwicklungen durch die Landwirte Rücksichten auf  Besonderheiten in der Natur nehmen kann, zeigt die freiwillige Einrichtung von „Lerchenfenstern“ (Offenstellen) in größeren Getreideschlägen in der Gemarkung Hattenhofen- ein beglückendes Ergebnis fruchtbarer Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und umweltbewussten Bauern. Ähnlich erfolgreich für die Natur ist die regelmäßige Gehölzpflege der Hecken zwischen den Anbauflächen durch den Bauhof der Gemeinde in Absprache mit NABU-Experten. Dadurch bleiben Brutmöglichkeiten erhalten für Heckenbewohner wie Goldammer, Neuntöter, Grasmücken, Zaunkönig u.a., auch Hasen und Kleingetier behalten so wertvolle Rückzugsbereiche.

Eine weitere Erfolgsgeschichte ist die Einrichtung  von Feuchtbiotopen wie in den Flurbereichen Pippendorf und  Steinreute bis Jungholz mit finanzieller Unterstützung durch Land und Kommune und deren regelmäßige Pflege durch den Bauhof der Gemeinde und einen engagierten Landwirt. So wurde aus einer schlichten Kläranlage ein wertvolles Refugium zahlreicher, teilweise seltener Vogelarten, Amphibien und Insekten (ausführliche Veröffentlichung: Holger Reyher, Natkdl. Mitt. Lks.Göppingen , 27, 2008 u. im „Blättle“).

Nach Betrachtung all dieser erfolgreichen gemeinsamen Anstrengungen von Einrichtungen der Gemeinde, Vereinen und Einwohnern ist es nicht verständlich, wenn einzelne, überhebliche, oder einfach nur gleichgültige Zeitgenossen ihre frei streunenden Hunde in von gerade brütenden Enten und Zwergtauchern bewohnte Teiche springen lassen. Nach solcher Aktion ist das Areal für lange Zeit leer geräumt. Aber das sind Gott sei Dank nur Einzelfälle.

 

Text: R. Quade Nabu Hattenhofen

Frühlingsboten

Hohler Lerchensporn (Corydalis bulbosa)
Hohler Lerchensporn (Corydalis bulbosa)

Wer jetzt im zeitigen Frühjahr aufmerksam durch die Wiesen und Laubwälder der Umgebung streift kann sie entdecken: Die bunten Boten des Frühlings. Ob an trockenen Standorten wie den Wacholderheiden der Schwäbischen Alb oder im Laubwald, nutzen bereits einige Pflanzenarten den länger werdenden Tag früher als andere und profiieren von der zunehmenden Lichteinstrahlung und Wärme dirket über dem Boden, zumal die Laubbäume und andere Pflanzen noch kein schattenwerfendes Laub ausgebildet haben. Den Frühblühern bleibt nicht viel Zeit, um die ersten warmen Vorfrühlingstage bis zur vollständigen Belaubung der Bäume für ihre Entwicklung auszunutzen. Daher müssen die Böden, auf denen Frühblüher vorkommen, vor allem ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgt sein

 

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Text: Holger Reyher

Vogel des Jahres 2014: Der Grünspecht

Juveniles Grünspechtmännchen
Juveniles Grünspechtmännchen

Bedingt durch die extrem milde Witterung der letzten Tage und Wochen hört man jetzt schon vereinzelt das typische Lachen (gjüggügjüg....-Rufreihen) des Grünspechts (Picus viridis) aus unseren Obstwiesen und lichten Wäldern schallen. Als typischer Erdspecht sucht er seine Nahrung vor allem am Boden, bevorzugt Ameisen und deren Puppen. Diese kann er mit seiner bis zu 10 cm langen klebrigen Zunge, die an der Sptize verhornt und mit Widerhaken versehen ist, geschickt aus dem Bau der Ameisen erbeuten. Die Brutbestände unserer Voralbpopulation zeigen sich erfreulicherweise stabil bis tendenziell sogar leicht zunehmend. Der Brutbestand um Hattenhofen dürfte ca. 8-10 BP betragen, wobei bevorzugt die Randzonen der Laubmischwälder und vor allem die größeren zusammenhängenden Streuobstwiesengebiete besiedelt werden.

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Der Nabu Hattenhofen führt am 23.03.2014 eine Führung zum Vogel des Jahres 2014, dem Grünspecht durch. Treffpunkt ist der Parkplatz am Sportplatz um 8:30.

Wer gerne etwas mehr zu dem "lachenden Gesellen" und anderen Vogelarten erfahren möchte ist zu dieser Exkursion herzlich eingeladen.

 

Text: H. Reyher

 

Bericht zur Grünspecht-Exkursion am 23.03.2014

 

8 naturkundlich Interessierte traffen sich bei dürftig frühlingshaften Wetter um etwas über den Grünspecht zu erfahren. Holger Reyher vom Nabu-Hattenhofen erläuterte kurz  Wissenswertes zu Vorkommen, Bestand und Verhaltensweisen der Art. Danach ging es auch schon los und der rauhe Ruf eines Kolkraben wurde vernommen. Zur Freude aller flog er direkt in niederer Höhe über die Gruppe hinweg, so dass jeder die eindrucksvolle Erscheinung bewundern konnte, die beiden anderen Kolkraben strichen über den Zeller Wald nach SE ab. Nach kurzer Zeit konnten wir den ersten und leider auch einzigen Grünspecht dieses Tages entdecken, wie er aus einer kurzgrasigen Beerenkulturanlage aufflog. Im weiteren Verlauf der Exkursion sahen wir neben imposanten Totholzbäumen (die massiv von Bunt- Grau- und Schwarzspecht bearbeitet wurden) bereits geschlüpfte Froschlarven in einer wassergefüllten Fahrspur und mehrere Frühjahrsblüher, so Taubnessel, Buschwindröschen, Schlüsselblume oder das Scharbockskraut. Im lichten Laubmischwald wurden Mittelpecht, eine nestbauende Misteldrossel, Hauben-, Sumpf-, Tannen-, Blau- und Kohlmeise beobachtet und verhört. Im weiteren Verlauf der Führung drang immer wieder kurz das gellende Rufen eines Grünspecht an unserer Ohr, leider jedoch aus relativ großer Entfernung und ohne Sichtkontakt. Am Rande eines Fichtenbestandes wurde ein durch Grün- oder Grauspecht bearbeiteter Waldameisenhaufen mit deutlichen Grabspuren bestaunt. Nach gut 2,5 Stunden war die Führung beendet und es konnten 29 Arten verhört und beobachtet werden. Den Teilnehmern nochmals vielen Dank für Ihr Interesse.

 

Text: Holger Reyher

Feuchtgebiete

Feuchtgebiet Jungholz nach Gehölzrückschnitt im Frühjahr 2013 durch den Bauhof Hattenhofen
Feuchtgebiet Jungholz nach Gehölzrückschnitt im Frühjahr 2013 durch den Bauhof Hattenhofen

Feuchtgebiete entstehen an quelligen Ufern oder Hangmulden, mitunter in Gesellschaft von Erlenbruchgehölzen. Die häufige Überflutung während der regenreichen Frühjahrs- und Herbstmonate und durch die Schneeschmelze in gebirgsnahen Gegenden wie im

Voralbgebiet schafft nach mehrjähriger Ruhezeit eine Übergangssituation zu Nasswiesen bis zum Niedermoor. Dann können sie in kurzer Zeit sehr viel Wasser aufnehmen und speichern. Sie dienen somit auch als Hochwasserpuffer. Die Pflanzen in den Feuchtwiesen bauen die im Wasser enthaltenen Nähr- und Schadstoffe ein und schließen sie bei ihrem Untergang in den Boden ein. Feuchtgebiete und Moore werden daher gern als „Nieren der Landschaft“ empfunden. Bei gezielter Austrocknung durch Entwässerung werden diese Schadstoffe wieder abgegeben und gelangen in angrenzende Gewässer und das Grundwasser. Die Anreicherung von Düngemitteln in unseren Flüssen und Meeren vollzieht sich auf diesem Wege.

Überdies werden während der Ausbildung von Moorboden durch die Ablagerung abgestorbener Pflanzen große Mengen Kohlenstoff gespeichert. Gelangt durch Entwässerung und Austrocknung Luft in diese Schichten, entsteht das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2), das so ungehemmt in großen Mengen freigesetzt wird. Darüberhinaus wird Lachgas (Distickstoffmonoxid N2O) emittiert, das noch 300mal stärkere klimaschädliche Auswirkungen haben soll (Quelle: Naturschutz heute 4/13 S. 8-10).

Daher sollten Feuchtgebiete in der Agrarlandschaft revitalisiert und einer angepassten extensiven Bewirtschaftung zugeführt werden.

Wenige Jahre nach Beendigung der landwirtschaftlichen Nutzung der Feucht- bzw. Nasswiesen siedeln sich charakteristische Pflanzenarten an. Dazu gehören u.a. Kohlkratzdistel, Bachnelkenwurz, Wiesenschaumkraut, Wiesenknöterich, Kuckucks-Lichtnelke, Mädesüß, Wald-Engelwurz und Sumpfdotterblume.

Typische Feuchtwiesenflora: Bachnelkenwurz und Kuckuckslichtnelke
Typische Feuchtwiesenflora: Bachnelkenwurz und Kuckuckslichtnelke

Infolge derartiger Ausbildung einer spezifischen Pflanzenwelt finden sich auch charakteristische Tierarten ein. Das sind eine Reihe verschiedener Libellen, Tagfalter und Widderchen, die wiederum gemeinsam mit der jetzt vorhandenen Pflanzengesellschaft ein Angebot zur Ansiedlung von Reptilien, Amphibien und Vögeln darstellen. So entwickeln sich Voraussetzungen für die den Aufenthalt (evtl. auch als Brutvogel) von Sumpfrohrsängern, in Gesellschaft mit Sträuchern für den Feldschwirl, bei Vorhandensein von Schilf und Wasserflächen auch für Teichrohrsänger und Rohrammer. Für die Ansiedlung weiterer Brutvögel ist das Angebot in der Fläche im Voralbbereich wohl nicht ausreichend. Große Bedeutung haben die beschriebenen Gebiete aber als Rast- und Durchzugshabitat für Bekassine, Wasserralle, Zwergschnepfe und Limikolenarten (Watvögel, die sich vorwiegend auf schlammigem Grund aufhalten).Und auch hier gilt das Vorhandensein derartig charakteristischer Pflanzen- und Tierarten nicht den Liebhabereien irgendwelcher Spezialisten sondern als Indikator einer intakten natürlichen Lebensressource, von der wir leider noch weit entfernt sind. In der Gemarkung Hattenhofen gibt es mehrere dieser Feuchtgebiete, die in kooperativer Abstimmung durch die Gemeinde und den Bauhof, engagierte Landwirte und die NABU-Ortsgruppe betreut werden:

1. Steinreute (hinter den Klärteichen Richtung Jungholz)

2. Pippendorf (entlang des Quellgebietes des Schlierbachs)

3. Grubäcker (entlang des Quellgebietes des Graubachs)

4. Oberholz (Hangbereich rechts des Graubachs)

Letztere Maßnahmen (3. u. 4.) sind ganz aktuell erfolgt und werden in ihrer Entwicklung von Experten der Gemeinde und des NABU und auf Grund regionaler Fördermaßnahmen auch vom Landratsamt und dem Regierungspräsidium beobachtet. (Quelle: Handbuch Naturschutz und Landschaftspflege, Landsberg,1999,ecomed-Verl.)

 

Text: R. Quade, NABU Hattenhofen

 

 

Der Tod wartet in Ägypten

Dieser Fernsehbericht wurde in der ARD-Reihe Report an 18.06.2013 ausgestrahlt und kann im folgenden Link nochmals angeschaut werden

 http://www.ardmediathek.de/das-erste/report-muenchen/in-deutschland-geschuetzt-in-aegypten-gejagt?documentId=15247308

Auf dem Weg in ihre südlichen Überwinterungsgebiete passieren jedes Jahr Millionen von Zugvögeln aus den westpalearktischen Brutgebieten den Nahen Osten. Mittlerweile erwartet die Vögel eine gigantische Fanganlage aus Stell- und Japannetzen in Ägypten, deren Dimension geradezu unglaublich scheint.

An der gesamten ägyptischen Mittelmeerküste vom Gaza-Streifen im Osten bis zur libyschen Grenze im Westen spannt sich ein 700 km langes System von Japan-Netzen, z.T. dreireihig.

Die Bildaufnahmen des Tierfilmers Jens-Uwe Heins vom Bayrischen Rundfunk sowie des Biologen Holger Schulz sind unglaublich und müssen nicht nur Vogelfreunde mit Entsetzen erfüllen.

Ein Artikel aus der nächsten Ausgabe der Zeitschrift Falke, in dem die beiden Autoren Holger Schulz und Jens-Uwe Hein den Vogelfang in Ägypten darstellen, können Sie hier einsehen.

 

Dass in vielen Ländern Südeuropas und Nordafrikas Zug- und Singvögel auf der Speisekarte stehen, oder von Freizeitschützen vom Himmel geholt werden, ist nichts Neues. Auch die Existenz von Fangnetzen an der ägyptischen Küste ist seit längerem bekannt. Neu ist jedoch die Dimension:

Experten gehen von über 100 Millionen getöter Vögel pro Jahr und Fangsaison aus, es werden teilweise allein an einem Vormittag 10.000 Neuntöter, Steinschmätzer, Wiedehopfe, Wachteln und viele andere Kleinvogelarten in einem jämmerlichen Zustand auf einem Markt zum Kauf angeboten.

 

Vogelfang in Ägypten bedroht die Bestände in Europa

Diese professionell ausgeübten Massenfänge wirken sich in einer nie dagewesenen Weise auf die Bestände der europäischen Zugvögel aus.

Spätestens jetzt muss uns klarwerden, dass der Zusammenbruch der Populationen unserer Neuntöter, Steinschmätzer, Gartenrotschwänze, Fitisse, Waldlaubsänger, Dorn- und Klappergrasmücken, Schwalben, Schafstelzen, Wiedehopfe, Drosselrohrsänger, Pirole, Wachteln, Kuckucke und Turteltauben auch mit dem Massenfang in den Durchzugsländern zusammenhängt und nicht nur mit Veränderungen in den Brut- oder Überwinterungsgebieten oder in veränderten klimatischen Bedingungen gesehen werden kann.

 

Trotz allem Ensetzens über die Ausmaße des Vogelfangs in Ägypten, dürfen wir Europäer aber nicht unsere eigene Verantwortung für den Erhalt der Lebensbedingungen der Arten in unserer Heimat vergessen. Durch falsche Agrapolitik, fataler Einsatz neuer Pestizide oder den negativen Auswirkungen der Energie-Agrarwende hat sich die Lage fast aller Vögel der Agrarlandschaft in Deutschland dramatisch verschlechert. Doch genau hier in Europa reproduzieren sich unsere Vögel um ihre Populationen zu erhalten, wenn dies nicht mehr oder nur noch unzureichend möglich ist, ist ein Aussterben der Art nicht mehr zu verhindern.

 

Unterstützen und bestärken Sie die Vogel- und Naturschutzverbände durch Ihre Mitgliedschaft, Geldspende oder durch die Teilnahme an der Petition

https://www.nabu.de/tiereundpflanzen/voegel/zugvoegel/jagd/aegypten/15711.html

gegen den Vogelmord in Äpypten.

 

 

 
Text: H. Reyher

 

 

Speierling ( Sorbus domestica L.)
Speierling ( Sorbus domestica L.)

 

Der Speierling ( Sorbus domestica L.)

 

Den Baum am Rande der Gemarkung Hattenhofen mußte man sich bisher sehr genau ansehen, um das Besondere an ihm wahrzunehmen. Es sah fast aus, als ersticke er unter dem Druck des ihn umringenden Gesträuchs. Jetzt steht er frei, mit einer Tafel und erklärendem Text versehen, in der zauberhaften Voralblandschaft unseres Dorfes.

Dabei kommt ihm eine herausragende Bedeutung zu, die Rede ist von dem einzigen freiwachsenden Speierling im Bereich von Hattenhofen.

Der Speierling gehört zur Familie der Rosengewächse (Fam. Rosaceae) und ist somit verwandt mit Obstbäumen wie Apfel, Kirsche und Birne. Die nächsten Verwandten sind jedoch Vogelbeere (Sorbus aucuparia L.) und Elsbeere (Sorbus terminalis L.). Also stammt der Speierling aus der Gattung der Ebereschen (Gatt. Sorbus), wo er mit 17-23 m Höhe und einer weit ausladenden Krone den größten Baum bildet.

Die Unterscheidung zwischen Speierling und Vogelbeere ist für den Laien zunächst nicht einfach. Die gefiederten Blätter setzen sich aus 13-17 fein gezähnten Teilblättchen zusammen. Bei der Vogelbeere sind diese lanzettlich spitz in ganzer Länge gezähnt, beim Speierling eher mit abgerundeter Spitze nur in der oberen Hälfte gezähnt. Die Borke des Speierlings wird bereits im jugendlichen Alter von 7-10 Jahren rauh und rissig, ähnelt also der Borke des Birnbaums, während die Vogelbeere immer eine glatte Borke behält

Die Früchte des Speierlings bieten eine besondere Erscheinungsform. Aus weißgelblichen Blütendolden bilden sich nach Insektenbestäubung doldenartig zusammenhängende Fruchtstände, deren Einzelfrüchte rot- und gelbwangig eine birnen- oder apfelartige Form in der Größe von 15-20 mm Länge und 12-30 mm Breite aufweisen. Interessant erscheint heute, dass Botaniker früher streng zwischen apfel- und birnenfrüchtigen Speierlingsbäumen unterschieden, während man heute akzeptiert, dass beide Fruchtformen an demselben Baum vorkommen können.

In Deutschland findet man die Speierlingsbestände vorwiegend als Einzelbäume in Eichen-Mischwäldern Süd- und Mitteldeutschlands vor. Sie liegen im Hügelland zwischen 200 m und 400 m über Meereshöhe.

Die nördlichsten Exemplare stehen bei Halberstadt in Sachsen-Anhalt. In Baden-Württemberg sind die Bäume bevorzugt in Weinbaugebieten und deren Nachbarschaft anzutreffen. Das größte Vorkommen soll mit 1100 Altbäumen in Eichenwäldern des Taubergrundes zwischen Bad Mergentheim und Wertheim liegen. Andere Vorkommen werden im südlichen Kraichgau, in der Umgebung Stuttgarts und am Unterlauf des Neckars (Nähe Heilbronn) beschrieben (Angaben lt.Literatur, s. dortselbst).

Die besondere Bedeutung des Baumes wurde in Deutschland durch die Wahl zum “Baum des Jahres 1993” betont, denn seit mehr als 100 Jahren wird ein starker Rückgang der Vorkommen beobachtet. Änderungen der wirtschaftlichen Ansprüche an den Wald und das sehr langsame Wachstum des Speierlings sind wohl die Hauptursachen. Auch die Anzucht birgt zahlreiche Risiken. Ist schon die Auslegung der Samen durch eine natürliche Keimhemmung mit eingeschränkten Erfolgsaussichten behaftet (Abbau durch Frost und Nässe im Winter, in dieser Zeit Gefährdung durch Vogel- und Mäusefraß), so sind Keimlinge und Jungbäume durch Rost- und Schorfpilze, vor allem aber durch Wildverbiß bei oft stark überhöhten Wildbeständen von Rehen und Hasen bedroht.

Die Vorkommen in Deutschland sind 1996 auf 3500 bis 4500 Exemplare geschrumpft (davon 1500 in Ba-Wü). Selbst wenn man von einer erheblichen Dunkelziffer von 100- 200 % ausgehen darf, ist der Bestand in Deutschland bedroht. Vor allem junge und mittelalte Exemplare fehlen, die vorhandenen Bäume sind stark überaltert.

Daher gibt es zahlreiche Alternativen von Botanikern, Forstfachleuten, Obstbauern und Naturschützern zu Kartierung, wissenschaftlichen Untersuchungen und Pflege von Altbäumen sowie Erhaltungspflanzungen zur Sicherung der genetischen Struktur und des Artenschutzes.

Unser Baum ist 2013 genau 21 Jahre alt, also 1992 gepflanzt worden und trug im vorigen Sommer erstmals Früchte. Sein Erscheinungsbild ist noch deutlich gezeichnet durch den hemmenden Wachstumsdruck seiner Umgebung. Speierlinge können weit über 100 Jahre alt werden mit einem Stammdurchmesser von 100 cm. Nachdem engagierte Helfer in seiner Umgebung nun für Luft und Licht durch Befreiung von seiner bedrückenden Nachbarschaft gesorgt haben, wird der Baum hoffentlich auch in der Öffentlichkeit als Besonderheit wahrgenommen. Die Chance, sich nunmehr zu einem ausgewachsenen, schönen Exemplar mit respektabler Krone zu entwickeln ist allerdings verbunden mit der Aufgabe, in den nächsten Jahren noch einige Angriffe auf Stamm und Leben von verschiedensten Seiten abzuwehren. Bäume haben bei uns kein leichtes Leben! Die Erfahrungen der letzten Jahre belegen dies.

Aber der Speierling ist ein Naturdenkmal!

Initiativen zu seiner Erhaltung liefern einen Beitrag zum Artenschutz, zur Erhaltung der Artenvielfalt (Biodiversität) und zum Erhalt der genetischen Struktur. Wir nehmen damit unsere moralische Verpflichtung kommenden Generationen gegenüber wahr.

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Literatur: Franke, A.(1996): Der Speierling, ein seltener Baum in Wald und Flur.

Naturschutz im Kleinen, Heft 14, LG-Stiftung Natur und Umwelt.

Speierling, Sauer macht lustig, Naturschutz heute 1/97.

 

Text und Fotos: Dr. R. Quade

Foto: Nabu
Foto: Nabu

Wintereinbruch bremst unsere Zugvögel aus

 

Der starke Wintereinbruch im Norden und Osten Deutschlands, seit einer Woche auch bei uns im Süden, führt zu einem außergewöhnlichen Phänomen beim Vogelzug: dem Zugstau. Die Schneedecke und die kalten Temperaturen verhindern bei vielen Zugvogelarten den Heimzug in ihre nordeuropäischen Brutgebiete, viele Arten drehen sogar um weil sie keine Nahrung während der Rast auf ihrem Weg in die Brutgebiete finden, dies bedeutet für sie oft den Tod durch Verhungern.

Wer momentan aufmerksam die Umgebung beobachtet findet inner~ wie außerorts außergewöhnlich große Ansammlungen rastender Zugvögel z. B. Wiesenpieper, Feldlerche, Singdrossel, Misteldrossel, Stare, Ringeltaube, Rotkehlchen, Zilpzalp oder Buchfink. Die Truppgrößen können je nach Vogelart von mehreren hundert bis über tausend Ind. betragen. So rasteten im "Regling" ca. 200 Ringeltauben, 400-500 Buchfinken und über 300 Feldlerchen. Im "Strutt" bei Bezgenriet 38 Kiebitze, über 60 Misteldrosseln und knapp 250 Stare. Auf der gesamten Markung Hattenhofen sind beinahe überall Singdrosseln und Rotkehlchen, teils auf Wiesen oder im Heckenbereich, anzutreffen.

Leider kommt es immer wieder vor, dass rastende Tiere durch freilaufende Hunde aufgeschreckt werden. In dieser sensiblen Zeit ist das durch den hohen Energieverlust noch verheerender als die schlechten Nahrungsbedingungen. Nicht nur während der Brutzeit sind demnach Hundehalter aufgefordert auf die sensible Natur Rücksicht zu nehmen. Das gleiche gilt natürlich auch für Reiter oder Spaziergänger. Wer in seinem Garten Winterfütterung betreibt, kann und sollte diese noch bis zum Ende der schlechten Witterung aufrecht erhalten. Um den Ansprüchen der rastenden Zugvögel zu entsprechen, empfiehlt sich ausser der Fütterung von Körnerfutter auch Fettreiches wie Haferflocken mit Öl, Erdnüße, Talg und alte Äpfel.

 

Text: H. Reyher

 

So bitte nicht liebe Hundebesitzer

 

bereits zum wiederholten Male wurde im Bereich Jungholz/Klärteiche ein freilaufender, streunender Hund ohne zugehörigen Bestizer angetroffen. Der Hund durchstöberte das Feuchtgebiet und schreckte u. a. Pfeifente, Krickente, Bekassine und Feldhase aus diesem sensiblen und wichtigen Ruhebereich für Tiere auf. Speziell im Winter und bei schlechter Witterung bedeuten diese Störungen eine ernsthafte Gefährdung der Wildtiere, deren Energiehaushalt durch den zusätzlichen fluchtbedingten Kalorienverbrauch, den Stress und die nur in geringen Maße zur Verfügung stehenden Nahrungsressourcen schnell aus dem Gleichgewicht gerät. Feldhasen haben bereits ihre Jungen geworfen, diese sitzen regungslos am Ackerrand und in Altgrasstreifen und werden durch streunende Hunde stark gefährdet. Kleinere Singvögel können z. B. während einer einzigen kalten Nacht (ab -12° C) über 25% ihrer Körpermasse verlieren um die Körpertemperatur aufrecht erhalten zu können. Kann der Vogel diesen Energieverlust am folgenden Tag nicht kompensieren ist es sehr schlecht um ihn bestellt.

 

Wir appelieren daher nochmals an alle Hundebesitzer ihre Tiere im Außenbereich möglichst an der Leine zu führen oder die Hunde nur auf dem Weg laufen zu lassen.

 

Mehr über Verhaltensregeln sozialkompetenter Hundehalter finden Sie hier.

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Text: H. Reyher

Foto: Nabu Grasfrosch
Foto: Nabu Grasfrosch

Amphibien schon unterwegs

 

Kein Frühling weit und breit, die Temperaturen und die Stimmung sind im kühlen Keller!

Dennoch haben sich die Grasfrösche im Pippendorf nicht abhalten lassen zu laichen.

Auch andere Amphibien sind unbeirrt im Vormarsch auf Laichgewässer.

Selbst im Innenbereich wie in den Bruckwiesen sind Molche und Erdkröten unterwegs.

In vielen Gärten befinden sich kleine Teiche, in denen sie ablaichen können.

Allerdings droht hier manche Gefahr. Zum einen sind es freilaufende Katzen, die unseren geschützten Amphibien zusetzen zum anderen stellen die Schächte der Kellerfenster häufig tödliche Fallen dar.

Also kontrollieren Sie bitte diese Kellerfensterschächte nach Einbruch der Dunkelheit. Wenn man eine Wasserschale aufstellt, sammeln sich dort häufig die Tiere, was sie vor dem Vertrocknen schützt und man kann sie dort problemlos absammeln. Am besten verbringt man sie an einen feuchten Platz im Garten, wo sie sich verstecken können. Den Weg in den Teich finden sie

in der Regel selbst.

Ich habe bei mir schon viele Teichmolche und Bergmolche so aufgesammelt.

 

Text: K. Weisemann

Hauptversammlung am 13.03.2013

 

Unser 1. Vorsitzender Erwin Schwarz konnte zu Beginn der Hauptversammlung neben zahlreich erschienenen Mitgliedern auch Bürgermeister Jochen Reutter begrüßen. Nach der gelungenen Einleitung durch den Vorsitzenden wurde der Kassenbericht durch den Kassenwart vorgetragen, die beiden Kassenprüfer hatten bei der zuvor erfolgten Prüfung nichts unregelmäßiges feststellen können und bescheinigten eine korrekt geführte Finanzverwaltung.

Nach den Berichten wurde der Vorstand und Kassenwart einstimmig entlastet.

 

Beide bisherigen Kassenprüfer, Hr. Dr. Wolfgang Bögel und Hr. Dieter Jauernig gaben bekannt, dass sie für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung stehen werden. Die anwesenden Mitglieder schlugen als Nachfolger Hr. Dr. Reinhard Quade und Hr. Peter Oertmann-Brandt vor, die auch bei den nachfolgenden Neuwahlen für das Amt bestätigt wurden. Die anderen Positionen der Vorstandschaft wurden durch die seitherigen Personen erneut besetzt.

 

Der 1. Vorsitzende bedankte sich nochmals bei allen Mandatsträgern und Mitgliedern für Ihre große Bereit~ und Leidenschaft, den Verein auch weiterhin so tatkräftig zu stützen und sah den zukünftigen Aufgaben weiterhin optimistisch entgegen.

 

Text: H. Reyher

Foto Nabu/Helge May
Foto Nabu/Helge May

Bedrohen unsere Hauskatzen die Artenvielfalt?

 

In den Medien wird in den letzten Tagen lebhaft darüber diskutiert, ob Katzen eine ernstzunehmende Bedrohung für unsere Artenvielfalt darstellen.

Grund dafür sind die Untersuchungsergebnisse amerikanischer Biologen am Smithsonian Conservation Biology Institute in Washington.

Nicht nur Vögel, sondern auch Reptilien, Kleinsäuger und Amphibien werden durch herumstreunende Stubentiger wohl deutlich in ihrem Bestand dezimiert.

 

Sind Katzen auf dem heimischen Sofa noch so friedlich, im Garten und in der freien Natur folgen sie ihrem arteigenen Instinkt, gehen auf die Jagd und gefährden damit die Bestände vieler, auch bedrohter, Arten.

Experten zufolge gibt es auch in Deutschland zu viele Katzen. Durch falsch verstandene menschliche Tierliebe seien die Tiere zu einer unnatürlich großen Population herangewachsen, die unzähligen Vögeln und Kleinsäugetieren den Garaus macht.

Während in Städten Hauskatzen überwiegend in Wohnungen gehalten werden, genießen die Tiere im ländlichem Raum oft große Freiheiten. Dabei sind streunende Hauskatzen äußerst geschickte Jäger, denen es leicht fällt, die Vogelarten in der örtlichen Umgebung empfindlich zu dezimieren. Lars Lachmann, Vogelexperte des Nabu gibt dazu folgende Stellungnahme ab.

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Text: H. Reyher

weibliche Gänsesäger
weibliche Gänsesäger

Winterwasservogelzählung 2013 im Landkreis GP

 

bereits zum 20. Mal fand die Winterwasservogelzählung im Landkreis GP statt. Bei dieser von der OAG koordinierten Aktion wird versucht an allen größeren Fließ- und Stillgewässern des Lankreises zeitsynchron den Wintervogelbestand bestimmter Arten zu erfassen. Die Ergebnisse der Wasservogelzählungen geben nicht nur Auskunft über das Artenspektrum und über die Anzahl der Vögel, sondern liefern auch wichtige Daten über die räumliche und zeitliche Verteilung der erfassten Arten. Durch die regelmäßigen, jährlich wiederholten Zählungen können so Aussagen über Bestandsveränderungen der Avizönose an der Fils gemacht und ökologisch besonders hochwertige Bereiche ermittelt werden.

Erwin und Holger haben wie in den vergangenen 20 Jahren wieder Ihren selben Streckenabschnitt an der Fils zwischen Göppingen und der Filsmündung bei Plochingen aufgesucht. Bei relativ milder Witterung wurden neben den zu erwartenden Arten wie Stockente (Anas platyrhynchos), Krickente (Anas crecca) und Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis) auch Besonderheiten wie Sturmmöwe (Larus canus) und Gänsesäger (Mergus merganser) festgestellt.

 

Text: H. Reyher

Foto: NABU/W. Rolfes
Foto: NABU/W. Rolfes

Vogel des Jahres 2013: Die Bekassine

 

Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz (LBV), NABU-Partner in Bayern, haben die in Deutschland vom Aussterben bedrohte Bekassine (Gallinago gallinago) zum „Vogel des Jahres 2013“ gekürt. In Deutschland leben heute nur noch 5.500 bis 6.700 Brutpaare – etwa die Hälfte des Bestandes von vor 20 Jahren. Die Bekassine soll als Botschafterin für den Erhalt von Mooren und Feuchtwiesen werben.

 

Bei uns kommt der scheue und sehr heimlich lebende Vogel nur während den Zugmonaten im Frühjahr und Herbst vor und kann vor allem in unseren Betreuungsgebieten Jungholz und Pippendorf beobachtet werden. Auch die Klärteiche Hattenhofens werden gerne und regelmäßig zum Rasten genutzt.

Mehr unter: http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/vogeldesjahres/2013-bekassine/

 

Text: H. Reyher 

Foto: H. Reyher Raubwürger (Lanius excubitor)
Foto: H. Reyher Raubwürger (Lanius excubitor)

Raubwürger besetzt erneut Winterquartier in Hattenhofen

 

Wie bereits in den vergangenen 3 Jahren hat auch dieses Jahr wieder ein Raubwürger (Lanius excubitor) sein Winterrevier in Hattenhofen besetzt. Ob es sich um das gleiche Individium wie in den letzten Jahren handelt, kann nicht ausgeschlossen werden. Der mittlerweile äußerst seltene Vogel brütet in Baden Württemberg in nur noch sehr geringer Anzahl. Die Art bevorzugt als Lebensraum die offene abwechslungsreiche Kulturlandschaft, in der er von exponierten Sitzwarten aus  seine Beutetiere wie Feldmäuse, Insekten aber auch kleinere Singvögel erbeutet.

 

Text: H. Reyher

 

Kranichzug über Hattenhofen

Zwischen dem 12. und 15 November 2012 zogen über 150 Ind. dieser beeindruckenden Vogelart laut trompetend direkt über unser Heimatdorf in SSW-Richtung hinweg. Während am 12.11. die Vögel (Trupp<130 Ind.) gegen 17:15 an bedecktem Himmel deutlich in arttypischer V-Formation ziehend beobachtet werden konnten, erfolgte der Zug am 15.11. nachts gegen 23:20. Leider hatten nur Holger und Reinhard das Vergnügen dieses herrliche Schauspiel zu beobachten, das normalerweise nur in einem schmalen Zugkorridor ca. 200 bis 300 km weiter nördlich von uns stattfindet. Die Kraniche des paläarktischen Verbreitungsgebietes sind Zugvögel, deren 2000 bis 6000 Kilometer lange Wanderungen zwischen den Brutplätzen und Winterquartieren auf fest fixierten Zugrouten ablaufen.

 

Alle die den Kranichzug nicht beobachten konnten finden im untenstehenden Link einen kleinen Ersatz:

Video: http://www.youtube.com/watch?v=3Y1hbQfq7eg

 

Foto Steffen Golz Nabu
Foto Steffen Golz Nabu

 

Den westeuropäischen Zugweg nutzen Kraniche aus Mitteleuropa, Skandinavien sowie in den letzten beiden Jahrzehnten zunehmend auch Individuen aus den baltischen Staaten, aus Finnland und Weißrussland. Ihre Überwinterungsgebiete liegen in Frankreich, Spanien und zu einem geringen Teil in Nordafrika. Auf der westeuropäischen Zugroute überwintern heute rund 70.000 Kraniche in Spanien, 30.000 in Frankreich sowie jeweils wenige tausend Vögel in Portugal und Nordwestafrika.
Hauptüberwinterungsregion ist zur Zeit mit etwa 50.000 Kranichen die Extremadura in Westspanien. Dort suchen die Vögel in den „Dehesas“, den lichten mediterranen Eichenwäldern, nach den Früchten der Stein- und Korkeichen.

 

Text: H. Reyher 

Vogelzug am Lindele

Foto: A. Nowak
Foto: A. Nowak

Vogelzugbeobachtung am Lindele 2012

Im Rahmen einer regionalen Zugplanbeobachtung in Baden Württemberg, organisiert von der OGBW (Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft BW), beteiligten sich unsere Mitglieder Holger Reyher und Erwin Schwarz an dieser Aktion. Während Erwin an einem anderen Zählpunkt im Landkreis die Beobachter unterstütze, wurde hier vor Ort durch Wolfgang Lissak, Holger Reyher und Dieter Illg das Zuggeschen an 3 Terminen systematisch erfasst. Unser Standort auf der Markung Hattenofen war die Hangkante beim Lindele (394 m über NN). Von hieraus hat man einen herrlichen Blick Richtung Norden und einen breiten Zählkorridor. Obwohl das Wetter beim 1. Zähltermin am 26.08.2012 sehr stürmisch war konnten innerhalb 6 h mehrere Rotmilane und auch der Mäusebussard ziehend beobachtet werden. Wegen der heftigen Winde aus Südwest wurde bei den Kleinvögeln jedoch nur der Baumpieper ziehend festgestellt.

 

Am zweiten Termin (16.09.2012) wurden bereits 15 ziehende Arten mit insgesamt

159 Ind. erfaßt, darunter Rauchschwalben, Heckenbraunellen, Tannenmeisen, Schafstelzen und als besonders Highlight ein nordwärts ziehender Silberreiher.

 

Wie so oft kam das beste dann zum Schluß. Der letzte Tag der Zugplanbeobachtung am 3.10.2012 wurde bei bedecktem Himmel und frühmorgendlichen frischen Temperaturen ein besonderes Erlebnis. Nach 5 Stunden anstrengender Beobachtungszeit konnten 32 Arten protokolliert werden:

 

Vogelart Anzahl   Vogelart  Anzahl     Vogelart  Anzahl
Kormoran 127   Wiesenpieper 10   Blaumeise 2
Rotmilan

4

  Baumpieper 2   Beutelmeise 23
Turmalke

4

  Bachstelze 25   Star 85
Kiebitz

1

  Heckenbraunelle 18   Buchfink 1983
Hohltaube

8

  Hausrotschwanz 5   Bergfink 2
Ringeltaube

379

  Singdrossel 9   Bluthänfling 8
Buntspecht

1

  Rotdrossel 3   Stieglitz 7
Feldlerche

65

  Misteldrossel 16   Erlenzeisig 2
Uferschwalbe

3

  Wacholderdrossel 43   Kernbeißer 46
Rauchschwalbe

62

  Amsel 2   Rohrammer 4
Mehlschwalbe

6

  Tannenmeise 1      
 
 
Text: H. Reyher
Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Baden Württemberg
Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Baden Württemberg
Deutsche Wildtierstiftung
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Ornithologische Arbeitsgemeinschaft

Landkreis Göppingen (OAG)

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